Kunstverein Stralsund e.V.
Der Kunstverein Stralsund fördert den Dialog zwischen Kunstinteressierten und Künstlern
durch Atelierbesuche, Exkursionen, Vorträge und Vereinstreffen.
Bildhintergrund © Petra und Max Barske
April 2025
Kunsttreff
14. April 2026 Dienstag um 18.00 Uhr
Ort: Restaurant Burwitz am Alten Markt
Exkursion
11.04.2025 Samstag 12.00 Uhr
Beginn der Veranstaltung in der Dreifaltigkeitskirche
Im Gespräch mit Friedrich Press
Der Bildhauer Friedrich Press (1904-1990) hat in seinem künstlerischen Schaffen für 43 Kirchen in ganz Deutschland gearbeitet. Seine expressionistische und oft reduzierte Formensprache beeindruckt durch eine starke Präsenz des Materials und durch den Bezug zu den sakralen Orten. Stralsund hat das Privileg, seine erste und auch seine letzte große Kirchenraumgestaltung vorweisen zu können. Wir besuchen die katholische Dreifaltigkeitskirche am Frankenwall mit der Wandgestaltung „Das Rote Meer“ aus Backsteinen und die Auferstehungskirche in Grünhufe mit dem auferstandenen Christus aus Beton.
Die Stralsunder Künstlerin Jorinde Gustavs hatte beim Bau der Auferstehungskirche den Kontakt zu Friedrich Press hergestellt und ihn auch in Dresden in seinem Atelier besucht. Tochter Svea Gustavs hat den Prozess als Jugendliche miterlebt und später ebenfalls Bildende Kunst studiert. Sie wird uns in seine Arbeiten einführen und es wird Raum für Gespräche geben.
Ort: Dreifaltigkeitskirche Stralsund, Frankenwall 7 und Auferstehungskirche Stralsund, Lindenallee 35 (Fahrt von der Dreifaltigkeitskirche zur Auferstehungskirche mit der Buslinie 6)
Verbindliche Anmeldung bis zum 04.04.26 bei Heike Kleff, Tel. 03831-9442308 oder heike.kleff@posteo.de

Friedrich Press (1904-1990)
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Dietmar Simon: Die Volkswerft Stralsund und ihre Schiffe in der Bildenden Kunst
Was haben Künstler wie Tom Beyer, Ernst Oldenburg, Erich Kliefert und Rudolf Peschel gemeinsam? Sie alle und viele weitere Maler haben die Volkswerft Stralsund und ihre Schiffe als Motive verwendet. Dietmar Simon, Dipl.-Ing. Schiffsbau, hat Informationen zu mehr als 20 Künstlern und ihren Bildern zusammengetragen. Die reich illustrierte Dokumentation ist auf der Seite der Volkswerft abrufbar: einfach zum Blättern oder zum Download als PDF.

Aktuelle Ausstellungen in Stralsund und Umgebung
Meeresmusem Stralsund
Zwischen Kamtschatka und Alaska – Die Grafiken Wannhoffs über die Große Nordische Expedition
Eine der größten Forschungs- und Entdeckungsreisen war die Große Nordische Expedition (1733–1743). Der Berliner Künstler Ullrich Wannhoff reiste seit 1991 selbst in die nordöstlichsten Gebiete Russlands und nach Alaska. Mit expressivem Strich zeigt der in Aue geboren Künstler, Maler und Grafiker die raue Landschaft. Starke Kontraste und sparsamer Farbeinsatz unterstreichen den Eindruck der unwirtlichen Natur.
Ausstellung bis 17. Mai 2026
Öffnungszeiten täglich von 09.30 bis 17.00 Uhr
Meeresmuseum Stralsund
Besuchereingang gegenüber Mönchstr. 45
Galerie im Kloster Ribnitz-Damgarten
Ruzica Zajec
Strich durch die Linie: Zeichnung, Objekt, Installation, Fotografie
Die Ausstellung thematisiert die Mehrdeutigkeit der Linie als grundlegendes Element künstlerischer Praxis. In Verbindung mit anderen Medien entwickelt Ruzica Zajec Werke, die das Bewusstsein dafür öffnen, wie erweiterbar die räumlichen Grenzen des Mediums Zeichnung sind.
Ausstellung bis 18.April 2026
Öffnungszeiten: Dienstag bis Samstag 11.00 bis 17.00 Uhr
Galerie im Kloster Ribnitz
Im Kloster 9 Ribnitz-Damgarten
Kunstsammlung Neubrandenburg
Kristina Schuldt
Strich durch die Linie: Zeichnung, Objekt, Installation, Fotografie
Malerei und Arbeiten auf Papier. Die Künstlerin Kristina Schuldt. geboren 1982 in Moskau lebt in Leipzig. Ihre Kunst zeigt eine Affinität zu den Meistern der klassischen Moderne mit Referenzen zu Kubismus und Surrealismus. Unter Verwerfung der Regeln von Perspektive und Komposition entstehen ihre eigenen Visionen von Ästhetik. Falls Sie die Exkursion im März verpasst haben:
Ausstellung bis 3.Mai 2026
Öffnungszeiten: Mittwoch bis Sonntag 10.00 bis 17.00 Uhr
Kunstsammlung Neubrandenburg, Große Wollweberstr. 24, Neubrandenburg
Fäden, Farbe, Fantasie und Fülle, multi-medial verwoben
Ein Atelierbesuch am 11. Oktober 2025 bei der Künstlerin Monika Ortmann in Wittenhagen
Wie die oft oder immer-mal-wieder Atelierbesucher/innen wissen, sollte man nicht unvorbereitet einer Einladung Folge leisten (man sieht nur, was man weiß, sagte Goethe). Also hat sich wohl jede/r im Netz umgeschaut und nicht fassen können, wie vielseitig und großARTig (im wahrsten Sinne des Wortes) das künstlerische Werk der Monika Ortmann ist.
Bis zu zwölf Ausstellungen und Performances pro Jahr im In- und Ausland, immer wieder neue Materialien in immer wieder neuen Szenerien, was für eine unerschöpfliche Quelle künstlerischer Inspiration sprudelt hier. Alles zum Nachschauen und Nachlesen, deshalb sei an diese Stelle auf Biografisches verzichtet.
Gespannte Erwartung auf die Realität also beim Atelierbesuch in Wittenhagen/Vorpommern Rügen, Welche Wunderkammer wird sich da öffnen? Zunächst mal ein eher unauffälliges Reihenhaus, herzliche Begrüßung durch den Ehemann und dann durch die Künstlerin Monika Ortmann. Sie - offenes Lächeln, zierliche, kleine Statur, schmale Hände - man kommt ins Staunen und denkt an Zauberkräfte, die hier wirken. Ist es doch allein schon physisch ein Kraftakt, riesige Räume und bis zu 10 Metern hohe Hallen durch ihr bevorzugtes Material – Nylonstrumpfhosen – durch Kreuz- und Querverspannungen in spannende luzide Skulpturen zu verwandeln. Diese entstehen in unterschiedlichen Farben oder monochrom, werden durch Stahlreifen gedehnt, verknotet, aufgeschnitten, verdreht, irgendwie märchenhaft. Ein kleiner Teil dieser Arbeiten für uns zu sehen in Form von Fernsehaufzeichnungen.
Dieses Zuhause neben Bochum und Berlin überrascht mit Papiercollagen an den Wänden, kleinen Kunstwerken aus Knöpfen, Bällen aus Papierstreifen gesponnen, Stoffbahnen, einem riesigen Korb voller Strumpfhosen, Sideboards mit unzähligen Schubladen, Farben, Flaschen und Materialien, die noch auf ihre Erweckung zum Kunstwerk warten.
Es folgt der Besuch im „eigentlichen“ Atelier. Ein kleines Gartenhaus ist der Raum für Inspiration und Kreativität. Auch hier eine unfassbare Fülle an Fertigem und noch in Arbeit Befindlichem. Wir sehen ein Kleid, das Oberteil aus rotem gesponnenen und später gestricktem Papier für Blumen, der Rock aus Zeitungspapierstreifen, die zusammen mit einem roten Wollfaden gesponnen und dann gestrickt wurden.
An der Wand mannshohe Stelen für kleine, an Giacometti erinnernde Figuren, unzählige Bilder und Bildchen, die Augen können diese Vielfalt und völlige Unterschiedlichkeit nicht fassen und der Verstand nicht begreifen. Aber nichts davon ist l`art pour l`árt, in allem ist eine deutliche gesellschaftskritische, oft feministisch geprägte Haltung zu erkennen. Denn gerade Gruppenausstellungen wie beispielsweise vom Frauenmuseum Bonn initiiert, geben die Themen vor und die Antworten erfolgen durch die unterschiedlichsten Kunstwerke.Bei einem Kaffee ging dieser wahrhaftig Wunder-volle Besuch zu Ende.
Wir danken Frau Ortmann für die Zeit, die sich für uns genommen hat, für die Gastfreundschaft, für die anregenden Gespräche, und die noch sicher lange nachwirkenden Eindrücke.
Text: Dagmar Helmbold, Bilder: Monika Ortmann

Oben: "Umwandler"auf der Contemporary Art Ruhr in Essen 2019
© Monika Ortmann
Unten: "Willkommen im magischen Ballhaus 02", Installation aus Strumpfhosen, Stahlreifen und Schuhen (1992-2016)

