Der Kunstverein Stralsund fördert den Dialog zwischen Kunstinteressierten und Künstlern durch Atelierbesuche, Exkursionen, Vorträge und Vereinstreffen.  Unsere Kunsttreffs dienen dem Austausch und der guten Verständigung.
  Wir heißen bei unseren Treffs Neuankömmlinge in der Stadt auf der Suche nach Gleichgesinnten herzlich willkommen. Sie möchten dabei sein? Schreiben Sie uns bitte eine Mail post@kunstvereinstralsund.de

Aktuell: Armin Mueller-Stahl in der Kunsthalle Rostock - Exkursion des Kunstvereins am 12.Juli 2022

Mit exklusiver Führung durch die Ausstellung. Mehr als 80 Exponate zeigen das malerische und literarische Werk sowie Rückblicke auf den Werdegang als Schauspieler. Dabei sind in Rostock erstmals Bilder zu sehen, die während der Corona-Pandemie entstanden. 
Sie möchten dabei sein? Bitte melden Sie sich an post@kunstvereinstralsund.de

Vergangene Veranstaltungen:

Die perfekte Welle, der perfekte Tag: Exkursion zur Doppelausstellung DIALOG am 18.Juni 2022

Putbus im Juni: die Rosen blühen, der Weg zur weiß glänzenden Orangerie führt durch Lavendelrabatten. Vor dem Eingang trifft sich der Kunstverein Stralsund zu einem besonderen Ausstellungsbesuch. Dialog ist das Motto des Tages und der Titel der Ausstellung. Plastik trifft Fotokunst, Linolschnitte mit Landschaftsmotiven korrespondieren mit Bildern von Treppen, die in den Himmel führen. Oder zumindest auf eine andere Ebene. 
Peter Steineke und Olaf Schlote führen im Dialog durch die Ausstellung, erläutern die Werke und ihre Beziehungen zueinander. Fragen zum Entstehungsprozess und zum Stellenwert der jeweiligen Plastiken und Bilder für das eigene Schaffen beantworten sie offen und räumen dabei manche Unsicherheit über die ’Bedeutung’ der Werke aus. Manches muss unscharf bleiben, die Schönheit  wie die Wirkung liegen am Ende im Auge der Betrachter. 
Peter Steineke zeigt Werke aus seinem langen Künstlerleben, und erzählt, wie ihn Themen wie das menschliche Gesicht und die Maske immer wieder inspirieren. Bäume sind ein weiteres Leitthema, die Fenster der Orangerie lassen die Kunst in den Dialog mit den Bäumen des Schlossparks treten.
Peter Steineke im Eingang zur Ausstellung

Peter Steineke und sein Werk

Olaf Schlotes Fotokunst erinnert an Malerei und öffnet Räume der Imagination. Etliche Werke sind eigens für diese Ausstellung entstanden. Seine Bilder ohne Titel erzählen Geschichten und bleiben rätselhaft. ’Transit’ ist der Titel seines Kataloges, ihn beschäftigt immer wieder der Übergang, die Vergänglichkeit.
 
Olaf Schlote und die perfekte Welle

Olaf Schlote und die perfekte Welle

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Gruppenfoto mit Künstlern

Gruppenfoto mit Künstlern

Die Ausstellung ist meisterhaft in die wunderbaren Räumen der Orangerie hinein komponiert. Im Eingang erwartet die Besucher eine lichte Deckeninstallation Peter Steinekes, die den Sommertag in den Raum holt. Beim Rundgang durch Räume und Kabinette steht man irgendwann vor der ’perfekten Welle’ Olaf Schlotes. Die vielleicht kein Wasser zeigt, aber jeden mitnimmt in ihre blaue Tiefe. Den Schlusspunkt bildet wieder ein Dialog. Die Installation mit drei skulpturalen Leuchtkästen (Schlote), umgeben von Zeichnungen (Steineke) erinnert an eine Kapelle und thematisiert Krankheit und Sterben eines geliebten Menschen. Eine Erinnerung, diesen Tag in Putbus zu genießen.

Die Ausstellung ist noch vom kommenden Mittwoch bis Sontag 26.Juni 10-17 h zu sehen. 

Am 26. Juni um 15 h gibt es eine weitere Führung mit beiden Künstlern, anschließend um 17 h die Finissage. 

Außerdem interessant in Putbus: die neueste Ausstellung der Galerie Rotklee am Markt  und das öffentlich zugängliche Atelier des Malers Frank Otto Sperlich im Erdgeschoß der Orangerie. 

 

17.5.2022 Exkursion nach Hiddensee
Von der ’Blauen Scheune’ zum ’Karusel’: Auf den Spuren der Hiddenseer Malweiber
Eines der schönsten Häuser in Vitte ist ohne Zweifel die ’Blaue Scheune’. Die Malerin Henni Lehmann baute die ehemalige Bäckerscheune zu ihren Atelier um, und sorgte für den blauen Anstrich. In den 1920er Jahren fanden dort jährliche Gruppenausstellungen des ’Hiddenseer Künstlerinnenbundes’ statt. Später nutzte der Maler Günter Fink das Haus als Atelier und Wohnort. Heute wird die ’Blaue Scheune’ von einem Ehepaar betreut, die als Kunstsammler den Geist des Ortes wieder beleben wollen und ein Museum mit Werken von Fink und der auf Hiddensee wirkenden Künstlerinnen planen.
Damit sind wir mitten in der Geschichte der Malweiber. Zu Beginn war der Begriff durchaus nicht respektvoll gemeint. Aber die Künstlerinnen ließen sich von diesem Spott nicht schrecken. Sie zogen im Reformkleid mit Pinseln, Staffelei und allem Zubehör ins Freie und malten die Schönheit der Landschaft. Fast alle mussten ihre Existenz als Künstlerin selbst finanzieren, und sich gegen den Druck der eigenen Familie und der Gesellschaft durchsetzen.
Leider endete die Geschichte des Künstlerinnenbundes zu Beginn der Nazi-Zeit. Einige Malerinnen wurden als Jüdinnen verfolgt, andere zogen sich zurück. Die Mitgründerin des Künstlerinnenbundes, Clara Arnheim, kam in Theresienstadt um. An sie erinnert heute ein Gedenkstein gegenüber der Blauen Scheune.
Viele Namen wären noch zu nennen, aber der Spaziergang mit der Expertin Marion Magas ging weiter bis zum ’Karusel’, dem Sommerhaus Asta Nielsens. Unterwegs gab es diverse Stationen und Geschichten. Einige Ansichten, die die Malerinnen festhielten, kann man noch heute erkennen. Frau Magas, die selbst seit ihrer Kindheit auf Hiddensee lebt, machte immer wieder auf Bauten und Landschaften aufmerksam. Sie forscht seit Jahrzehnten darüber, und hat viel zum Thema veröffentlicht (alle Titel auf: www.hiddenseekultur.de).
Die Exkursion des Kunstvereins Stralsund brachte viel Neues für Kenner der Insel, und war eine gute Einführung für alle, die Hiddensee bisher vielleicht noch nicht als Ort der Künste gesehen hatten.
Wie immer war der Ausflug mit exklusiver Führung gut vorbereitet, ein besonderer Dank geht an die Organisatorin.